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Subspezies: Gor

Veröffentlicht am 28.03.2017

Die mystischen Kräfte des Universums haben einen direkten Einfluss auf das menschliche Genom. Menschen, die innerhalb eines mystischen Feldes geboren werden – vor der Erfindung von mystischen Feldgeneratoren waren das also Menschen, die auf einem Planeten mit einem mystischen Zyklus geboren wurden – gehören manchmal zu einer Subspezies.

Im Laufe der Geschichte des Equinox Universums sind viele verschiedene Subspezies entstanden und wieder ausgestorben. Diese Artikelreihe beleuchtet die verschiedenen Subspezies aus der Sicht Angehöriger ihres jeweils eigenen Volkes. Natürlich sind diese Beschreibungen subjektiv und durch individuelle Erfahrungen eingefärbt, aber wir haben diejenigen ausgewählt, die die am weitest verbreiteten Meinung zum Ausdruck bringen.

Die Gor

– von Prahwarr Grrash, Xocos der Kriegszahn

Die meisten Leute begehen den Irrtum, uns mit Rudeltieren zu vergleichen. Wer kann es ihnen verübeln? Wir sind pelzig und weisen viele Merkmale der Tiere auf, die die Kolonialwelten vor der Ausrottung bevölkerten. Zugegeben, wir haben etwas mit solchen Tieren gemeinsam, aber ich rede nicht von körperlichen oder Verhaltensmerkmalen. Wir sind untereinander zwar sehr loyal und bilden verschworene Gemeinschaften um einen Anführer herum, aber diese Praedas spiegeln unsere ehrenhaften und stolzen Kriegertraditionen wieder und unterscheiden sich stark von den primitiven Rudel- und Herdenstrukturen von Tieren. Ich meine etwas ganz anderes. Schaut euch die Kreaturen mal genau an, die man in vielen Unterhaltungsprogrammen und in den Zoos der größeren Raumstationen sehen kann. Schaut ihnen in die Augen und ihr werdet erkennen, dass sie nur Schatten ihres früheren Selbst sind. Genauso wie wir.

Die Auseinandersetzungen, die um unsere Heimatwelt Pranatur entbrannten, führten zu einer Reihe unglücklicher Entscheidungen. Am Ende dachte das Konsortium, dass es jeden Einzelnen von uns entfernen müsse, um die Welt für alle tabu zu halten. Es spielte keine Rolle, dass wir dort geboren worden waren; es zählte nur, dass unsere Eltern Menschen waren und wir deshalb zur Menschheit gehörten. Wir haben keine Ahnung, was das Konsortium erreichen wollte, aber die Befehle, die jeglichen Verkehr nach Pranatur unterbunden haben, sorgten ebenfalls dafür, dass keine weiteren Gor geboren wurden.

„Es sei denn, das Konsortium hat dort einen Außenposten, der von Menschen bemannt wird. Sie werden unweigerlich Nachkommen hervorbringen, von denen einige Gor sein werden.“

– Elmond Dur, Faysar

Ich war Zeuge der Umsiedlungen. Unsere gesamte Rasse wurde wie Zootiere über das ganze Konsortium verstreut, Praeda für Praeda. Uns wurden neue Heime angeboten, aber jetzt sind die meisten von uns Nomaden. Wir hatten keine große Wahl. Die Leute gingen uns aus dem Weg, weil sie mit unserer Art nicht vertraut waren. Wir gingen ihnen aus dem Weg, weil wir mit ihrer Art nicht vertraut waren. Das und unsere Ruhelosigkeit führten schließlich dazu, dass wir weiterzogen und ein Leben als Nomaden wählten.

Die meisten Praedas, denen ihr begegnet, sind nomadische Gruppen mit sechs bis zwölf Mitgliedern. Es gibt auch größere Praedas, aber diese sind sehr selten. Gor verwenden keine unehrenhaften Taktiken, wie etwa Überfälle aus dem Hinterhalt oder Angriffe auf Feinde, die klar unterlegen sind. Wir weigern uns, einen unbewaffneten Feind anzugreifen; solch eine Tat würde von anderen Gor als Tabubruch betrachtet werden. Genauso wird ein Gor niemals absichtlich einen anderen Angehörigen unserer Spezies töten, obwohl körperliche Wettkämpfe zwischen einzelnen Gor häufig vorkommen.

Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass man einen Gor als Leibwächter für die Reichen und Einflussreichen sieht, denn unsere geschärften Sinne verleihen uns möglichen Angreifern gegenüber einen Vorteil.

„Ein Großteil dieses Verhaltens rührt von den Ereignissen her, die den Pranatur-Siedlern zugestoßen sind. Die Gor wollen sich vom Konsortium abheben, also haben sie so etwas wie einen eigenen Ehrenkodex für ihre Subspezies entwickelt.”

– Nekon Tewes, Pilot der Sonnenfunke

Die jüngere Generation glaubt, dass wir die Träume unsere vergangene Heimat aufgeben und uns einen eigenen Platz in der Galaxie erkämpfen sollten. Aber was für ein Platz sollte das sein? Wir werden irgendwann tot sein und ihr werdet den Tag wahrscheinlich noch erleben, an dem wir aussterben.