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Subspezies: Hokai

Veröffentlicht am 08.05.2017

Die mystischen Kräfte des Universums haben einen direkten Einfluss auf das menschliche Genom. Menschen, die innerhalb eines mystischen Feldes geboren werden – vor der Erfindung von mystischen Feldgeneratoren waren das also Menschen, die auf einem Planeten mit einem mystischen Zyklus geboren wurden – gehören manchmal zu einer Subspezies.

Im Laufe der Geschichte des Equinox Universums sind viele verschiedene Subspezies entstanden und wieder ausgestorben. Diese Artikelreihe beleuchtet die verschiedenen Subspezies aus der Sicht Angehöriger ihres jeweils eigenen Volkes. Natürlich sind diese Beschreibungen subjektiv und durch individuelle Erfahrungen eingefärbt, aber wir haben diejenigen ausgewählt, die die am weitest verbreiteten Meinung zum Ausdruck bringen.

Die Hokai

– von Kashak Ko’li, Hokai-Vollstrecker für Valis Rahn

Die Hokai sind den Haryani in zweierlei Hinsicht ähnlich: Wir haben beide geschlitzte Pupillen, und wir stammen beide von Haryan II. Aber da enden die Ähnlichkeiten auch schon. Während unsere Haryani-Vettern nach einem Leben voller Komfort und Luxus streben, beschreiten wir einen anderen Pfad. Unsere Kultur erweist jenen Ehrerbietung, die vor uns da waren: unseren Vorfahren. Um unsere Achtung zu bezeugen, haben wir jeder Art von Technologie abgeschworen. Die vollständige Trennung von Technologie ist zwar nicht immer möglich, aber Hokai machen es sich zum Prinzip, sie so wenig wie möglich zu nutzen. Bei den Hokai gibt es ein Sprichwort: „Koda ki shiki”. Die beste Übersetzung dafür lautet: „Leben ist Kampf“. Dieses Sprichwort beschreibt am besten, wie die Hokai ihr Leben führen. Unsere Kämpfe machen uns stärker, geistig wie körperlich, und unsere Vorfahren befürworten das. Keine andere Spezies kann solche Hingabe für sich beanspruchen.

„Haryan ist wirklich ein rückständiges System. Die eine Subspezies kann gar nicht aufhören, von sich zu reden, während die andere an einer archaischen Religion festhält.  Kein Wunder, dass die Haryani diese einfältigen  Primitiven unterworfen haben.“

– VanSent, Nim-Genetiker

Ironischerweise spielen unsere Haryani-Vettern eine wichtige Rolle bei unserer Hingabe. In einigen Fällen ist Technologie notwendig, und die Haryani bieten uns das, was wir selbst nicht herstellen können. Natürlich bieten die Haryani diese Güter zu exorbitanten Preisen an, die meistens nicht bezahlt werden können. Als Folge davon bieten sie uns Jobs an, mit denen wir unsere Schulden begleichen.

„Klingt nach Sklavenarbeit.”

– Ssasaar, Kiruanischer Pilot

Bei vielen dieser Jobs geht es um schwere körperliche Arbeit, Schutz und Vollstreckung. Im Wesentlichen erweisen uns die Haryani einen wundervollen Dienst: Sie bieten uns Kämpfe, die wir bestehen müssen. Viele Spezies halten uns für langsam oder dumm und wegen unseres Glaubens für naiv und leicht zu manipulieren. Ist die Erde töricht, weil der Wind über sie bläst? Natürlich nicht, genauso wenig sind wir es. Die Hokai und die Haryani haben eine symbiotische Beziehung, von der beide Kulturen profitieren. Die eine kann ohne die andere nicht existieren, egal was unsere Vettern sagen.

Wir Hokai praktizieren Skarifizierungs- und Tätowierungsrituale, um unsere Vorfahren zu ehren und große persönliche Kämpfe, die wir bestanden haben, kundzutun. Jede dekorative Narbe und jede Tätowierung erzählt eine Geschichte, die nur andere Hokai lesen und würdigen können. Angesehene Ältere sind mit Narben und Tätowierungen bedeckt, die die Kämpfe und Triumphe ihres ganzen Lebens kundtun. Jede Narbe und Tätowierung steht für ein wichtiges Ereignis im Leben eines Hokais und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es ist eine schwerwiegende Beleidigung für einen Hokai, wenn man sich über seine Narben und Tätowierungen lustig macht. So eine Beleidigung zieht schnelle – und häufig tödliche – Vergeltung nach sich. Meistertätowierer der Hokai sind hochqualifiziert und verwenden nicht nur mundane, sondern auch technologische und mystische Techniken. Viele Politiker und Angehörige der Oberschicht sind bereit, für solche Kunst einen hohen Preis zu zahlen.